Diabetes ist eine der ältesten bekannten Krankheiten. Sie wurde schon im Ägypten der Antike beschrieben. Dabei gerät der Blutzuckerspiegel aus der Balance. Weil der Urin von Betroffenen durch den ausgeschiedenen Zucker süßlich schmeckte, wurde die Erkrankung als „honigsüßer Durchfluss“ bezeichnet – lateinisch „Diabetes mellitus“. 

Wie unterscheiden sich Diabetes Typ 1 und Typ 2?

Die beiden häufigsten Formen des Diabetes haben unterschiedliche Ursachen: Bei Typ-1-Diabetes liegt ein Insulinmangel vor. Typ-2-Diabetes entsteht als Folge einer Insulinresistenz. Dabei reagieren die Zellen nicht mehr richtig auf das Insulin, obwohl am Anfang noch genügend davon vorhanden ist. Neben Typ-1- und Typ-2-Diabetes gibt es weitere Diabetesformen, die jedoch sehr selten sind. 

Während der Typ-1-Diabetes eher in jüngeren Jahren entsteht, entwickelt sich ein Typ-2-Diabetes meist im fortgeschrittenen Alter. Seit einiger Zeit werden auch die Patienten mit Typ-2-Diabetes immer jünger. Medizinern zufolge ist dafür vor allem ein ungesunder Lebensstil verantwortlich: Viele Menschen bewegen sich zu wenig und ernähren sich nicht ausgewogen. Rund sieben Millionen sind in Deutschland von Typ-2-Diabetes betroffen – die weitaus häufigere Diabetesform. Es ist wichtig, die Krankheit rechtzeitig zu behandeln, um Schäden an Organen wie Herz, Augen und Nieren zu vermeiden.

Was passiert bei Typ-1-Diabetes?

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Patienten bilden dabei kein oder kaum Insulin. Die Krankheit entsteht, weil das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr, sich gegen die Insulin produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese zerstört. Dann kommt die Insulinproduktion oft sehr schnell zum Stillstand.

 

Insulin ist ein Hormon. Seine Funktion besteht darin, den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Dort wird aus dem Zucker Energie gewonnen. Überschüssiger Zucker wird in der Leber unter dem Einfluss von Insulin zu Fett umgewandelt. Fehlt Insulin, sammelt sich der Zucker im Blut an: Der Blutzuckerspiegel steigt.

 

Dann besteht rasch das Risiko einer Ketoazidose. Diese schwere Stoffwechselentgleisung kann ohne Gegenmaßnahmen tödlich enden. Bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten droht außerdem die Gefahr, dass die Blutgefäße, die Nerven und zahlreiche Organe geschädigt werden. Um dies zu verhindern, brauchen Patienten mit Typ-1-Diabetes täglich mehrmals Insulin. Sie können sich das Hormon selbst spritzen oder eine Insulinpumpe verwenden.

 

Typ-1-Diabetes ist bislang nicht heilbar. Betroffene können jedoch mit einer individuell abgestimmten Insulin-Therapie meist gut mit der Stoffwechselerkrankung leben. Laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts gibt es in Deutschland rund 341.000 Erwachsene und 32.000 Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes. 

Was ist ein Typ-2-Diabetes?

Der Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselkrankheit. Als Folge einer Resistenz sprechen die Körperzellen schlechter auf Insulin an. Zuckermoleküle aus dem Blut können nur unzureichend in die Zellen geschleust werden – der Zucker staut sich in den Blutgefäßen. Hauptursache dafür sind neben einer genetischen Veranlagung vor allem Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Übergewicht.

 

Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel kann es zu gefährlichen Folgekrankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nieren- und weiteren Organschäden sowie Seh- und Nervenproblemen kommen. Diese Beschwerden entwickeln sich meist schleichend über Jahre hinweg. 

 

Zur Behandlung reicht gerade anfangs oft schon eine Änderung des Lebensstils aus, um die Wirkung des körpereigenen Insulins zu verbessern. Viel Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und eine ausgewogene Ernährung sind die wichtigsten Maßnahmen. Menschen mit Typ-2-Diabetes können durch eine konsequent achtsame Lebensweise oft sogar auf Medikamente verzichten und die Krankheit zum Stillstand bringen. Gelingt dies nicht, kann der Arzt Medikamente verschreiben. Wenn der Diabetes weiter fortschreitet, reicht auch das oft nicht aus, um die Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu bringen. Dann müssen auch Typ-2-Patienten zusätzlich Insulin spritzen.

  

Da Diabetes keine meldepflichtige Krankheit ist, fehlen konkrete Daten zur Häufigkeit in Deutschland. Vermutlich leben hierzulande rund sieben Millionen Menschen mit einem Diabetes, der mit Medikamenten behandelt wird – der überwiegende Anteil (über 90 Prozent) sind Typ-2-Diabetiker. Zusätzlich bis zu zwei Millionen Menschen, so vermuten Wissenschaftler, haben Diabetes, wissen aber nichts davon.

Welche Symptome sind typisch für Diabetes?

Typ-1-Diabetes beginnt dramatisch, da die Insulinbildung in sehr kurzer Zeit zusammenbricht. Die Krankheit äußert sich durch Schwäche und starkes Krankheitsgefühl, vermehrten Harndrang und ständigen Durst. Obwohl der Körper ausreichend Nahrung bekommt, verlieren die Betroffenen rasch erheblich an Gewicht. Typ-2-Diabetes entwickelt sich dagegen häufig unbemerkt über viele Jahre. Erst wenn der Zuckerstoffwechsel schon massiv gestört ist, treten Symptome auf wie Müdigkeit, häufiger Harndrang oder ein Wechsel von Appetitlosigkeit und Heißhungerattacken. Weil manche Symptome der Krankheit gerne auf das Alter geschoben werden, ist die Früherkennung beim Hausarzt so wichtig, vor allem wenn aufgrund der Lebensweise oder der Familiengeschichte ein erhöhtes Risiko besteht. Viele Typ-2-Diabetiker haben bereits Folgeschäden an den Augen oder den Blutgefäßen, wenn die Krankheit festgestellt wird. Das ist ein Hinweis darauf, dass sie schon Jahre unerkannt vorlag. 

 

Ein einfacher Bluttest auf Glukose gibt einen Hinweis darauf, ob bei entsprechenden Symptomen tatsächlich ein Diabetes mellitus vorliegt.

 

Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, wenn Sie unter folgenden Beschwerden leiden: 
 

  • dauerndes Durstgefühl
  • häufiger Harndrang (auch nachts)
  • Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken
  • Gewichtsverlust oder -zunahme 
  • Abgeschlagenheit
  • schlechte Wundheilung
  • Veränderung der Sehstärke
  • Libidoverlust
  • Erektionsprobleme bei Männern
  • Juckreiz
  • Muskelkrämpfe
  • häufige Infektionen 
  • Empfindungsstörungen (z.B. Gefühllosigkeit in den Füßen) 
  • seelische Probleme

Kann ich mich vor Diabetes schützen?

Eine mögliche Entstehung von Typ-1-Diabetes ist leider bislang noch nicht zu verhindern. Das Risiko für Typ-1-Diabetes kann durch spezielle Antikörpermessungen ermittelt werden. Dieser Test ist vor allem sinnvoll bei Personen, deren Verwandte ersten Grades an Typ-1-Diabetes erkrankt sind. In diesem Fall besteht im Vergleich zur Normalbevölkerung durchschnittlich ein etwa 20-fach erhöhtes Risiko, ebenfalls Typ-1-Diabetes zu entwickeln.

 

Gute Prophylaxe-Chancen bestehen dagegen bei Typ-2-Diabetes. Wer Übergewicht vermeidet, sich täglich bewegt, regelmäßig Sport treibt und darüber hinaus auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse, dafür wenig Fleisch, Zucker und Fertigprodukten achtet, hat ein geringes Risiko für Typ-2-Diabetes. Bei erblicher Vorbelastung, Fettleibigkeit und für Risikopatienten (etwa bei Bluthochdruck) ist die Früherkennung wichtig. 

 

Sie möchten Ihr Risiko ermitteln? 

 

Mit dem Online-Test des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) können Sie Ihr Risiko ermitteln, innerhalb der nächsten fünf Jahre an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken: https://drs.dife.de

Wann sollte man besser zum Arzt gehen?

Mangelerscheinungen sollten Betroffene nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lassen Sie anhaltende oder zunehmende Symptome wie Müdigkeit, Unruhe und Konzentrationsstörungen immer ärztlich abklären. Das gilt vor allem, wenn Sie ...:

 

  • an heftigem oder andauerndem Durchfall oder Erbrechen leiden 
  • sich über lange Zeit einseitig ernährt haben
  • an Essstörungen leiden
  • harntreibende Mittel einnehmen 
Gut beraten
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Linda Partner

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