Rund 70 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer klagen innerhalb eines Jahres mindestens einmal über Schmerzen im Kopfbereich, die an den Kräften zehren und den Alltag der Betroffenen einschränken. Kopfschmerzen (Cephalgien) können so heftig sein, dass sich der Gedanke einstellt, es könne eine ernste Erkrankung hinter der Pein stecken. Die Furcht, dass ein Hirntumor die Beschwerden auslöst, ist in den meisten Fällen unbegründet.

Wie viel Kopfschmerzen sind eigentlich normal?

Dass der Schädel brummt, kennt fast jeder. Was dahinter steckt, bleibt jedoch häufig unklar. Es sind mehr als 240 verschiedene Arten und Auslöser bekannt. Kopfschmerzen können eine eigenständige Erkrankung oder auch das Symptom einer anderen Krankheit sein. Es sind Schmerzen, die einseitig (links oder rechts) sowie beidseitig überall am Kopf auftreten können,

Etwa:

 

> an der Stirn

> an den Schläfen

> hinter den Augen

> im Nacken und

> am Hinterkopf.

 

Die Bestimmung eines Kopfschmerzes orientiert sich fast ausschließlich an folgenden Kriterien. Daher sind die Antworten auf folgende Fragen des Betroffenen wichtig:

 

> Seit wann besteht der Kopfschmerz?

> Wo sitzt der Kopfschmerz?

> Wie lange dauert er?

> Wie häufig tritt er auf?

> Welchen Charakter hat der Kopfschmerz: dumpf-drückend, stechend oder pulsierend?

> Welche Symptome treten begleitend mit dem Schmerz auf: Lichtempfindlichkeit, tränende Augen, Sehstörungen, Übelkeit etc.?

> Welche Medikamente werden eingenommen?

> Leidet in der Familie jemand an Kopfschmerzen?

 

Sind es noch Kopfschmerzen oder ist es etwa Migräne?

Die häufigsten Kopfschmerzarten sind:

> Migräne

> Spannungskopfschmerz

> die Gruppe der trigemino-autonomen Kopfschmerzen, welche den Gefühlsnerv des Gesichts, den Nervus trigemus, betreffen und beispielsweise mit Tränen, Naselaufen und Pupillenstörungen einhergehen und

> stechende Kopfschmerzen unbekannter Ursache (sog. idiopathische stechende Kopfschmerzen).

 

Der Kopfschmerz vom Spannungstyp ist der häufigste primäre Kopfschmerz, der somit nicht die Folge einer Erkrankung ist. Bei dieser Kopfschmerzform tritt der Schmerz in beiden Kopfseiten auf und ist dumpf-drückend oder ziehend, während sich der Schmerz bei Migränne meist auf eine Kopfseite konzentriert und sich eher als pochend und pulsierend beschreiben lässt. Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen sind beim Spannungskopfschmerz untypisch. Nicht zu vergessen sind zudem die vielschichtigen Ursachen für häufige Kopfschmerzen: So wie es für häufige Kopfschmerzen vom Spannungstyp mehrere Ursachen gibt (wie Verspannungen, Fehlhaltungen oder Flüssigkeitsmangel) wird auch die Migräne von vielen auslösenden Faktoren wie Nahrungsmitteln und Hormonschwankungen beeinflusst.

Was ist ein medikamenten-indizierter Kopfschmerz?

Sehr häufig kommt es nach Beendigung einer Langzeiteinnahme mit hochdosierten Schmerzmitteln zu medikamenteninduziertem Kopfschmerz. Wer in einem Monat an zehn Tagen oder mehr Schmerzmittel einnimmt ist gefährdet. Geht die Wirkung des Schmerzmittels zurück, verstärkt sich die Schmerzempfindlichkeit und fordert die erneute Einnahme eines Schmerzmittels – ein Teufelskreis. Eine Langzeiteinnahme dieser Medikamente sorgen dafür, dass die Schmerzempfindungsschwelle des Nervensystems langsam, aber konstant sinkt. Es entwickeln sich Kopfschmerzen, deren Ursache die Medikamente selbst sind. Der Betroffene wird empfindlich, für sonst unterschwellig angesehene Schmerzreize. Dem kann er nur entkommen, wenn er bis zu 30 Tage komplett auf Schmerzmittel verzichtet. Es empfiehlt sich die sogenannte 10-20 Regel: Demnach sollten nur an zehn Tagen im Monat Schmerzmittel eingenommen werden, 20 von 30 Tagen sollte man ohne Medikamente aushalten können.

Was hilft, wenn Kinder Kopfschmerzen?

Die Ursachen für diesen sogenannten "primären" Kopfschmerz sind vielfältig. Äußere Auslöser können zum Beispiel Lärm, schlechte Luft, grelles Licht oder Hitze sein. Auch körperliche Reize können Kopfschmerzen verursachen. Hier reicht die Palette von Schlafmangel, körperlicher Überanstrengung und falscher Körperhaltung bis hin zur Unverträglichkeit bestimmter Lebensmittel oder einzelner Inhaltsstoffe. Gerade Kopfschmerzen sind häufig aber auch auf "innere" Faktoren zurückzuführen. Vor allem Belastungen wie Stress, Ängste und Sorgen schlagen sich bei Kindern und Jugendlichen oft in Kopfschmerzen nieder. Meist handelt es sich hierbei um den sogenannten Spannungskopfschmerz, die häufigste Form von Kopfschmerzen. Die Auslöser für Kopfschmerzen sind häufig im Alltag zu finden.

 

Das hilft und beugt Kopfschmerzen vor:

 

> für Ruhe sorgen und Zuwendung schenken

> ein kühles Tuch auf die Stirn legen

> Schläfen, Scheitel und Nacken sanft massieren – zum Beispiel mit Pfefferminzöl, ist aber erst ab sechs Jahren geeignet

> gezielte Entspannungsübungen machen

> viel trinken

> regelmäßige Mahlzeiten

> TV, Computer, Handy abschalten

> Frischluft tanken und sich mit Freunden treffen

> auch regelmäßiger Sport kann gegen Kopfschmerzen bei Kindern helfen.

 

Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind eins der üblichen Kopfschmerzmittel für Erwachsene verabreichen. Diese Medikamente sind in Zusammensetzung und Dosierung für Erwachsene zugelassen. Für Kinder sind sie nicht oder schlecht geeignet und schlimmstenfalls sogar schädlich. Gegebenenfalls kann Ihnen der Kinderarzt oder die Kinderärztin ein speziell für Kinder geeignetes Medikament verschreiben. Je nach Heftigkeit und weiteren Symptomen können Kopfschmerzen auch Alarmzeichen für schwerwiegende Erkrankungen sein, die einen Arztbesuch dringend erforderlich machen.

Welche Mittel gibt es in der Apotheke?

Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte nur dann erfolgen, wenn sie aufgrund der Schmerzintensität unverzichtbar erscheinen. So vielfältig die Kopfschmerzen sind, so vielfältig sind die Therapieansätze. Allen Therapieansätzen gemein ist die Unterscheidung in eine Akuttherapie, also eine Behandlung, wenn der Schmerz da ist und eine vorbeugende Therapie, also eine Behandlung, die durchgeführt wird, wenn der Schmerz zu häufig auftritt. Zum Einsatz kommen neben Medikamenten auch verschiedene nicht-medikamentöse Ansätze, wie beispielsweise Muskelentspannungstraining, Biofeedback oder Stressbewältigungstraining.

Wann muss ich zum Arzt gehen?

Auch wenn die meisten Schmerzen keinen Notfall darstellen, sollte bei den häufig wiederkehrenden Schmerzen ein Arzt aufgesucht werden. Wenn Beschwerden regelmäßig auftreten, nicht gut auf Schmerzmittel ansprechen, die Attacken immer häufiger vorkommen oder bei Analgetika-Missbrauch, ist ein Arztbesuch notwendig. Eine ständige Selbstversorgung mit Medikamenten ist nicht ratsam. Für den Arzt ist es enorm wichtig, zu unterscheiden beziehungsweise festzustellen,

 

> ob generell eine Migräne oder Kopfschmerzen vom Spannungstyp vorliegt,

> ob sich die Schmerzen bereits chronifiziert haben

 

um eine zielführende Therapie einzuleiten. Eine große Hilfe ist ihm dabei, wenn der Patient bereits mindestens vier bis sechs Wochen ein Migräne- oder Kopfschmerztagebuch führt und dies mitbringt. Als Faustregel gilt: Wer zehn Tage pro Monat oder an drei aufeinander folgenden Tagen Kopfschmerzen hat, sollte einen Arzt konsultieren.

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