Vor Prüfungen flattern oft die Nerven und die Knie schlottern. Zwar wurde genug gelernt, aber genügt das auch? Und was, wenn einem vor lauter Prüfungsangst gar nichts mehr einfällt? Diese Strategien helfen, wenn die Nerven blank liegen.

 

Führerschein, Schule, Aus- und Weiterbildung... Wer vor einer Prüfung steht, bereitet sich meist mehr oder weniger intensiv darauf vor. Trotz guter Vorbereitung zittern viele Menschen – vor dem Termin und während des Tests. Prüfungsangst ist relativ häufig. Rund 40 Prozent der Studierenden leiden einer Umfrage zufolge darunter. Was hat es damit auf sich und was hilft, um gelassen zu bleiben? Hier finden Sie die wirksamsten Mittel für starke Nerven.

Ist Prüfungsangst eine Krankheit?

Nein. Mulmige Gefühle und Angespanntheit vor herausfordernden Situationen wie Prüfungen oder einem Vorstellungsgespräch sind nachvollziehbar. Die Ängste beziehen sich auf eine konkrete Situation. Das ist zwar nervig, lässt sich aber in den Griff bekommen. Anders verhält es sich bei Angsterkrankungen. Wenn Angst ohne einen klar zu benennenden Auslöser zum häufigen Begleiter wird, sollten Betroffene das Empfinden ernst nehmen. Hinter solchen Signalen kann eine Angsterkrankung stehen. Angsterkrankungen bedürfen in der Regel einer psychotherapeutischen Therapie. Gegen Prüfungsangst hingegen ist vielen Menschen bereits mit sanften Mitteln aus der Apotheke zur Selbstmedikation geholfen.

Welche Heilpflanzen beruhigen die Nerven bei Prüfungsangst?

Prüfungsangst lässt sich mit pflanzlichen Arzneien wirksam lindern oder sogar ganz vermeiden. Als Tees oder in Form von Dragees sind Heilpflanzen in der Regel gut verträglich und frei von Nebenwirkungen. Sie sind als Mono- sowie als Kombipräparate erhältlich. Wie alle sogenannten Phytophamaka sollten Sie auch rezeptfreie Angstlöser auf Pflanzenbasis in Ihrer Apotheke kaufen. Diese Mittel gewährleisten einen ausreichend hohen Gehalt an den wirksamen Inhaltsstoffen und sind auf ihre Wirkweise und Unbedenklichkeit geprüft. Welche Pflanze oder welche Kombination ist für Sie am besten geeignet? Lassen Sie sich dazu in Ihrer Apotheke beraten. Hier die wichtigsten vier Helfer aus der Natur auf einen Blick:

 

Baldrian

Bereits die Klosterärzte im frühen Mittelalter wussten um die beruhigende Wirkung von Valeriana officinalis: Wie aus Texten dieser Zeiten hervorgeht, galt Baldrian als das Mittel der Wahl bei Nervosität und Anspannung. Die moderne pharmazeutische Forschung hat diese Wirksamkeit bestätigt. Baldrian wirkt beruhigend und fördert zugleich die Konzentration. Die in Studien belegten Effekte sind auf die im Baldrian enthaltene Valerensäure zurückzuführen. Zur Behandlung kommen Extrakte zum Einsatz, die aus den Wurzeln des Baldrians gewonnen werden.

 

Hopfen

Das Hanfgewächs spielt nicht nur beim Brauen von Bier seit Jahrhunderten eine wesentliche Rolle, sondern wurde auch schon früh als Arznei gegen Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen angewendet. Die beruhigenden Effekte entfalten die Hopfenzapfen im Zuge ihrer Lagerung. Aus ihren Bittersäuren Lupulon und Humulon entwickelt sich der angstlösende und entspannende Wirkstoff.

 

Lavendel

Seine Volksnamen wie Nervenkräutlein oder Schwindelkraut weisen darauf hin, wofür Lavendula angustifolia seit Alters her eingesetzt wird: zur Beruhigung bei ängstlicher Erregung und innerer Unruhe. Die entspannenden und angstlösenden Effekte des Lavendels gehen auf die wesentlichen Bestandteile seines ätherischen Öls zurück. Sie wirken direkt auf das Zentralnervensystem und sorgen dafür, dass weniger erregende Nervenbotenstoffe ausgeschüttet werden. Lavendel kann sowohl innerlich als auch über die Haut oder durch Inhalation, also über die Atemwege angewendet werden. Zur Einnahme eignet sich am besten Lavendelöl in Form von Fertigpräparaten.

 

Passionsblume

Als hochwirksam bei nervöser Unruhe gilt die Passionsblume: Passiflora incarnata, die hübsche Kletterpflanze aus dem Dschungel. Für ihre beruhigende Wirkung zeichnen Maltol und Flavonoide verantwortlich, die sich im Kraut der Passionsblume befinden. Extrakte aus Passionsblume werden überwiegend in Kombination mit anderen Heilpflanzen wie Baldrian und Hopfen angewendet.

Wie bereite ich einen Beruhigungstee zu?

Sie möchten einen entspannenden Pflanzensud selbst zubereiten? So geht’s:

Für zwei Tassen Beruhigungstee je ein Gramm Melissenblätter, Hopfenzapfen und Lavendelblüten mischen. Übergießen Sie die Mischung mit einem guten halben Liter heißem Wasser –  zehn bis 15 Minuten ziehen lassen, fertig zum Genießen.

Welche Strategien helfen bei Prüfungsangst?

Um innerlich zur Ruhe zu kommen, helfen Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training oder Meditation. Gelassenheit lässt sich lernen: Auch ein Training für mehr Achtsamkeit vermittelt Strategien, um mit Stress generell und Prüfungsangst im Speziellen besser klarzukommen. Informationen zu Kursen finden Sie bei Ihrer Krankenkasse. Außerdem bieten Volkshochschule entsprechende Angebote an. Fragen Sie auch in Ihrer Apotheke! 

Tipp bei akuter Prüfungsangst:

Machen Sie eine Druckpunkt-Massage! Auf der Beugefalte des Handgelenks liegt auf der Seite des kleinen Fingers neben der deutlich tastbaren Beugesehne der Druckpunkt Herz 7. Diesen Punkt rund eine Minute mit einem Finger sanft massieren.

 

Was hilft noch für ruhige Nerven?

Wärmeanwendungen

Am Vorabend der Prüfung eine Wärmeflasche mit ins Bett nehmen, zuvor ein entspannendes Bad nehmen, das nimmt den Druck und verhilft zu ruhigem Schlaf. Gut erholt lässt es sich gelassener in die Prüfung gehen.

 

Magnesium

Dieser Mineralstoff macht Nerven zu Drahtseilen: Er bringt das auf Hochtouren laufende Nervensystem in kurzer Zeit zur Ruhe. Nehmen Sie dafür bereits zwei bis drei Wochen vor der anstehenden Prüfung Magnesiumpräparate ein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt grundsätzlich Jugendlichen und Erwachsenen abhängig von Geschlecht und Alter eine Magnesium-Aufnahme zwischen 300 und 400 mg pro Tag.

 

Buttermilch

Buttermilch hat einen hohen Gehalt an beruhigendem Lecithin sowie Kalzium. Das ist ideal zum Schlafen vor dem Tag der Prüfung. Auch morgens vor dem Termin sollten Sie noch einen Becher davon genießen.

 

Homöopathische Mittel

Manche Menschen haben gute Erfahrung mit Homöopathika gemacht. Ausprobieren kann nicht schaden: Traditionell empfohlen werden Chamomilla und Nux vomica. In Ihrer Apotheke bekommen Sie Informationen, wie Sie die Präparate am besten einnehmen.

 

Wann zum Arzt?

Innere Unruhe kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Wer häufig unter nervlicher Anspannung leidet, sollte mit seinem Hausarzt darüber sprechen. So kann abgeklärt werden, ob möglicherweise ein Bluthochdruck, eine Schilddrüsen-Unterfunktionen oder Herzrhythmusstörungen Hintergrund der Prüfungsangst sind.  

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