Raucherentwöhnung

„Das Rauchen aufzugeben zählt zu den einfachsten Dingen überhaupt – ich muss es wissen, denn ich habe es tausend Mal getan.“ Der Schriftsteller Mark Twain („Tom Sawyer und Huckleberry Finn“) fasste das Dilemma in Worte. Wie kann der Rauchstopp gelingen, wie groß sind die Chancen, dauerhaft die Finger von den Glimmstängeln zu lassen? Umfragen zeigen: Mehr als 80 Prozent der Raucher würden gerne ohne den Qualm leben. Zwei Drittel starteten schon erfolglose Versuche. Viele besiegt ihre Sucht immer wieder.

Warum fällt vielen der Rauchstopp so schwer?

Das Tückische an der Sucht nach Zigaretten ist, dass sie gleich im Doppelpack daherkommt: Nikotin plus Gewohnheit. Rauchen macht physisch und psychisch abhängig. Nikotin ist eine stark abhängig machende Substanz. Sie löst im Gehirn die Freisetzung der sogenannten Glückshormone Dopamin und Noradrenalin aus. Beim Rauchen wird unser Belohnungssystem aktiviert, ähnlich wie beim Genuss von gutem Essen oder durch Sex. Darüber hinaus erhöht Nikotin den Endorphinspiegel, was ein Gefühl der Euphorie erzeugt. Klingt gut – macht aber im höchsten Maße abhängig.

Welche Methoden helfen?

Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, braucht vor allem feste Entschlossenheit. Sagen Sie sich: „Jetzt ist Schluss. Und zwar für immer!“ Welche Methode dann die individuell passende ist, um die Sucht zu überwinden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Eine Verhaltenstherapie kann jenen helfen, die situationsbedingt qualmen, etwa in der „Rauchpause“ im Job oder am Abend beim Bier mit Freunden. In der Therapie lernen Raucher, den Griff zur Zigarette durch andere Maßnahmen zu ersetzen. Ähnlich setzt auch Ratgeberliteratur an: Das Buch „Endlich Nichtraucher!“ zum Beispiel. Ziel des Autors Allen Carr ist es, Mythen um den blauen Dunst durch neue Denkmuster abzulösen. Manchen Ex-Rauchern haben alternative Therapien wie Akupunktur oder Hypnose geholfen.

 

Beginnen Sie mit dem Abgewöhnen am besten in einer Zeit körperlicher und geistiger Ruhe und Entspannung, etwa im Urlaub. Typische Rauchrituale sind dann leichter zu überwinden, und neue Eindrücke lenken vom Verlangen ab. Setzen Sie sich einen Termin: „Ab heute wird keine einzige Zigarette mehr geraucht.“ Ein kompletter, sofortiger Stopp ist wichtig, denn allmähliches Abgewöhnen führt fast nie zum Erfolg. Ermutigen Sie sich selbst. Sagen Sie zum Beispiel morgens vor dem Spiegel: „Ich schaffe es, und ich werde stolz auf mich sein!“ So können Sie Ihr Unterbewusstsein tatsächlich beeinflussen. Stellen Sie sich vor, wie Ihr Alltag ohne Sucht aussehen wird, was Sie mit dem gesparten Geld anfangen und wie locker Sie in Zukunft die Treppen hinaufsprinten werden. Machen Sie sich klar, dass Sie ab sofort gesünder sind, frischer aussehen und nicht mehr nach Qualm riechen.

Wenn es nicht beim ersten Mal klappt: Wichtig ist, aus einem Rückfall eine Lehre zu ziehen. Welche Situationen werden mir gefährlich, und was kann ich dagegen tun?

Welche Mittel gibt es in der Apotheke?

Ohne Hilfsmittel, nur mit reiner Willenskraft halten nicht mehr als zwei bis fünf Prozent den Rauchstopp durch. Der Grund: Je mehr Sie rauchen, desto mehr Nikotinrezeptoren entwickeln sich. Der Körper reagiert mit Entzugserscheinungen, wenn er kein Nikotin erhält. Ersatzpräparate helfen, diesen Zustand zu überbrücken. Die Nikotinersatztherapie ist gut erforscht. Dabei wird der Körper über Pflaster oder Kaugummi eine Zeit lang mit kleinen Mengen Nikotin „versorgt“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt diese Art jedem, der mehr als zehn Zigaretten pro Tag braucht und es anders nicht schafft, vom Rauchen loszukommen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung mit dem Wirkstoff Bupropion, einem Antidepressivum. Entsprechende Präparate besitzen aber Nebenwirkungen. Trotzdem erachtet die europäische Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln (EMEA) die Nutzen-Risiko-Bewertung als positiv.

Warum soll ich zum Arzt gehen?

Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen: Gehen Sie zu Ihrem Hausarzt. In seiner Praxis sind die Bedingungen für eine Nikotinentwöhnung ideal. Oft besteht ein langjähriges Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Dies erleichtert eine längerfristige Therapie. Der Arzt wird für Sie eine maßgeschneiderte Unterstützung beim Ausstieg aus dem Raucherleben finden. Eine andere Möglichkeit ist die computergestützte Beratung mit sogenannten Expertensystemen: Nach Eingabe persönlicher Daten in ein EDV-System erhalten die Teilnehmer eine individuelle Beratung per E-Mail. In der Entwöhnungsphase gibt es zusätzliche Unterstützung über Nachrichten auf dem Smartphone.

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