Endometriose ist eine Frauenkrankheit. Dabei siedelt sich Gebärmutterschleimhaut, medizinisch Endometrium genannt, an Stellen außerhalb der Gebärmutter an. Dies kann mitunter zu starken Schmerzen und auch zu Unfruchtbarkeit führen. Prinzipiell kann das Endometrium überall im Körper wachsen. Meist findet es sich jedoch am Bauchfell des Beckens, an der Gebärmutterwand, den Eierstöcken oder anderen Beckenorganen wie Darm oder Harnblase. In seltenen Fällen sind auch Lunge oder Zwerchfell betroffen.

Welche Ursachen hat Endometriose?

Wie es dazu kommt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut im Körper auf Reisen begibt, ist bis heute nicht geklärt. Bislang gibt es einzig Theorien zur Entstehung dieser Erkrankung.

> Die Implantationstheorie geht davon aus, dass die Schleimhautzellen von ihrer Kinderstube, der Gebärmutterhöhle, weggerissen werden und sich dann an anderer Stelle ansiedeln. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn Menstruationsblut durch die Eileiter zurückfließt. Möglich ist auch ein Verschleppen der Schleimhautzellen über den Blutstrom oder bei Operationen.

 

> Der Metaplasietheorie zur Folge entwickeln sich die Schleimhautzellen außerhalb der Gebärmutterhöhle aus Zellen, die während der Entwicklung im Mutterleib aus dem gleichen Gewebe entstanden sind wie die Zellen der Gebärmutterschleimhaut.

Wie zeigt sich die Erkrankung?

Die Symptome einer Endometriose sind von Frau zu Frau unterschiedlich und oft unspezifisch. Ein typisches Anzeichen sind allerdings wiederkehrende Unterleibsschmerzen, die sich in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus verstärken und wieder abschwächen. Ein bis drei Tage vor der Blutung sind die Beschwerden am stärksten, anschließend nehmen sie wieder ab.

 

Häufige Beschwerden bei Endometriose:

 

> starke Monatsblutungen und Zwischenblutungen

> Schmerzen während und nach dem Sex sowie bei gynäkologischen Untersuchungen

> Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen

> Bauch- und Rückenschmerzen, die mitunter in die Beine ausstrahlen

• Blutungen aus Blase oder Darm

Unfruchtbar durch Endometriose

Wenn ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt, kann Endometriose die Ursache sein. Verklebungen oder Verwachsungen verhindern dabei die Befruchtung. Darüber hinaus können Endometriose-Zysten in den Eileitern die Reifung der Eizellen blockieren.

Wie wird eine Endometriose festgestellt?

Zur Diagnose einer Endometriose führt der Frauenarzt zunächst eine eingehende Befragung durch. Dabei erkundigt er sich besonders nach den Schmerzen – wann und wo genau diese auftreten. Das gibt bereits Hinweise darauf, ob eine Endometriose vorliegt und wie ausgeprägt diese ist. Nach der Befragung folgt eine Tastuntersuchung. Im Zuge dieser tastet der Arzt die Scheide, den Enddarm und den Bereich hinter der Gebärmutter ab, den so genannten Douglas-Raum. Auf diese Weise lassen sich etwaige, als Knoten tastbare Endometrioseherde aufspüren. Um die Diagnose zu sichern, wird häufig eine Bauchspiegelung vorgenommen. Bei dieser sogenannten Laparoskopie wird in Vollnarkose über einen winzigen Schnitt am Bauchnabel ein Endoskop eingeführt. Finden sich verdächtige Herde, werden sie direkt entfernt. Dann werden die Gewebeproben mikroskopisch untersucht, um die Diagnose zu bestätigen und andere Erkrankungen auszuschließen. Mitunter können Kernspin- (MRT) oder Ultraschalluntersuchungen sinnvoll sein.

 

Was hilft bei Endometriose?

Bestehen keine Beschwerden und wachsen die Endometrioseherde nicht, ist in der Regel keine Behandlung notwendig. Es empfehlen sich jedoch engmaschige ärztliche Kontrollen. Wird eine Therapie erforderlich, kommen hormonell wirksame Medikamente oder operative Eingriffe zum Einsatz. Oftmals ist eine Kombination sinnvoll. Es kann Geduld erfordern, bis die passende Therapie gefunden wird, um Beschweren effektiv zu lindern. Die gute Nachricht: Nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren verschwindet das Leiden oftmals von selbst.

Welche Mittel aus der Apotheke helfen bei Endometriose?

Bestimmte Teemischungen können Krämpfe lösen. Am besten einige Tage vor der Menstruation mit einer Teekur beginnen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten. Empfehlenswert sind zum Beispiel Mischungen mit Kamillenblüten, Schneeballbaumrinde und Gänsefingerkraut.

 

Pflanzliche Präparate wie Mönchspfeffer und Traubensilberkerze, die auch bei Wechseljahrsbeschwerden helfen, können ebenfalls Beschwerden lindern. Patientinnen sollten die Einnahme mit ihrer Gynäkologin oder dem Gynäkologen besprechen, da die Mittel mit bestimmten Medikamenten Wechselwirkungen haben können.

 

 

Medikamente bei Endometriose

Mit schmerzlindernden und krampflösenden Mitteln lassen sich die Beschwerden manchmal bessern. Zur ursächlichen Behandlung sind jedoch hormonelle Präparate erforderlich. Sie vermindern die Hormonproduktion in den Eierstöcken. In der Folge bilden sich die Endometrioseherde zurück. Die hormonelle Behandlung muss über drei bis sechs Monate erfolgen.

 

Diese Wirkstoffe werden zur Therapie eingesetzt:

 

> Gestagene stammen vom Gelbkörperhormon ab und sind überwiegend als Tabletten einzunehmen.

 

> Danazol stammt vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron ab. Es verringert sowohl die Schmerzen als auch das Wachstum der Endometrioseherde. Danazol wird in Kapselform eingenommen.

 

> Gn-RH-Analoga sind Wirkstoffe, die dem so genannten Gonadotropin-Releasing-Hormon, kurz GnRH, entsprechen. GnRH vermindert in der Hirnanhangdrüse die Freisetzung von Hormonen der Eierstöcke. Damit werden die Schmerzen gehemmt und die Endometrioseherde bilden sich zurück. GnRH-Analoga können als Nasenspray genommen oder einmal monatlich als Depot-Spritze unter die Haut verabreicht werden.

 

Operationen bei Endometriose

Bei einer ausgedehnten Endometriose ist eine Bauchspiegelung angezeigt. Dabei werden die Endometrioseherde mit Strom oder Laser verödet und damit entfernt. Mitunter, vor allem wenn die Herde weit verstreut im Darm liegen, ist ein Bauchschnitt notwendig. Je nach Lage der Endometrioseherde kann auch eine Operation durch die Scheide möglich sein. In einigen Fällen müssen etwa Teile des Eierstocks oder Eileiters operativ entfernt werden. Nach dem Eingriff bekommt die Patientin über drei bis sechs Monate hinweg Hormonpräparate, um den Behandlungserfolg zu unterstützen.

Was kann ergänzend bei Endometriose helfen?

Neben den genannten Behandlungsmethoden empfehlen sich Krankengymnastik und Massagen sowie Akupunktur zur Besserung der Beschwerden. Manche Frauen haben auch gute Erfahrung mit Entspannungsmethoden oder einer Ernährungsumstellung gemacht. Auch wenn zu den Anwendungen Studien fehlen, ausprobieren lohnt sich:

 

> Yoga, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson und Autogenes Training

> Regelmäßige Bewegung

> Saunabesuche und Wärmeanwendungen (Fango)

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