Erkältung und Sport

Gerade vor einem wichtigen Handballspiel ist die Versuchung groß, trotz Erkältung auf dem Feld zu stehen. Doch wer einen Infekt nicht in Ruhe auskuriert und zu früh wieder intensiv trainiert, geht gesundheitliche Risiken ein und fällt im Zweifelsfall noch länger aus. Umso wichtiger ist es, die Signale des Körpers ernst zu nehmen und ihm ausreichend Zeit zur Erholung zu geben.

So groß der Wunsch sein mag, für das wichtige Spiel fit zu sein: Bei Fieber ist Sport tabu. Während eines Infekts braucht das Immunsystem Energie, um Krankheitser reger zu bekämpfen. Sport ist in dieser Zeit eine zusätzliche Belastung. Auch bei deutlicher Abgeschlagenheit, Glieder- oder Muskelschmerzen, starkem Husten oder anderen Beschwerden, die über einen leichten Schnupfen hinausgehen, sollte man auf Training und Wettkampf verzichten.

Auch fiebersenkende Medikamente sind kein Freifahrtschein: Sie können die Körpertemperatur senken, beseitigen den zugrunde liegenden Infekt aber nicht. An Sport sollte man deshalb erst wieder denken, wenn die akuten Beschwerden abgeklungen sind und man sich wieder belastbar fühlt.

 



Eine klassische Erkältung wird meist durch Viren verursacht und heilt in der Regel von selbst ab. Eine spezielle Behandlung gegen Erkältungsviren gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, dem Körper viel Ruhe zu gönnen.

Ausreichend trinken, schlafen und körperliche Anstrengung reduzieren – bei einem unkomplizierten Infekt reicht das oft schon aus. Gegen einzelne Beschwerden kön nen Medikamente helfen. Bei Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen sowie Fieber kommen beispielsweise schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkstoffe infrage. Bei einer verstopften Nase können abschwellende Nasensprays kurzfristig Erleichte rung verschaffen. Sie sollten allerdings nur so lange angewendet werden, wie es in der Packungsbeilage empfohlen wird.

Wer unsicher ist, welches Präparat geeignet ist, kann sich in der Apotheke beraten lassen. Das gilt besonders, wenn regelmäßig andere Medikamente eingenommen werden oder Vorerkrankungen bestehen.

Antibiotika helfen bei einer gewöhnlichen Erkältung übrigens nicht: Sie wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Nur wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion festgestellt wird, kann eine antibiotische Behandlung sinnvoll sein. Das ist zum Bei spiel dann der Fall, wenn sich zur Erkältung eine Mittelohr- oder Mandelentzündung entwickelt. Auch Vitaminpräparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel können einen bestehenden Infekt nicht einfach verschwinden lassen.

 



Eine allgemeingültige Zahl von Tagen gibt es nicht. Entscheidend ist, wie schwer der Infekt war und wie man sich fühlt. Wer noch deutliche Beschwerden hat, sollte mit dem Training warten. Auch ungewöhnliche Müdigkeit oder andere Krankheits symptome können darauf hindeuten, dass der Körper noch nicht vollständig erholt ist. Nach Fieber sollten Sie mindestens 24 bis 48 Stunden lang ohne fiebersenkende Medikamente fieberfrei und weitgehend beschwerdefrei sein, bevor Sie vorsichtig ins Training einsteigen.

Aber auch nach einem milden Infekt empfiehlt sich ein schrittweiser Wiedereinstieg. Am besten starten Sie mit einer leichten Belastung. Klappt das gut, kann die Inten sität nach und nach gesteigert werden. Generell gilt: Ein intensives Mannschaftstraining oder ein Handballspiel sollte nicht die erste sportliche Belastung nach einer Erkältung sein.



Eine Erkältung ist meistens harmlos. Trotzdem sollte man einen Infekt nicht unter schätzen. In seltenen Fällen können Infektionen auch den Herzmuskel betreffen und eine Herzmuskelentzündung, medizinisch Myokarditis, auslösen. Gerade unter körperlicher Belastung kann das gefährlich werden. Denn durch eine Myokarditis kann das Herz im schlimmsten Fall vernarben und dauerhaft Schaden nehmen, wodurch es zu einer Herzschwäche oder sogar zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen kann.

Treten während oder nach einem Infekt Beschwerden wie ungewöhnliche Erschöpfung, Atemnot, Schwindel, Herzrasen, Herzstolpern oder Brustschmerzen auf, sollte man das Training sofort beenden und die Symptome mit einem Arzt oder einer Ärztin abklären.

 



Gerade in einer Handballmannschaft sind die Kontakte eng – in der Umkleide, beim Training und während des Spiels. Wer mit Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen zum Training kommt, kann seine Mitspielerinnen und Mitspieler schnell anstecken.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb, bei Symptomen einer akuten Atem wegsinfektion möglichst drei bis fünf Tage beziehungsweise bis zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden zu Hause zu bleiben. Direkte Kontakte sollten Sie in dieser Zeit möglichst meiden.

Auch einfache Hygienemaßnahmen können helfen: regelmäßig die Hände waschen, beim Husten und Niesen die Armbeuge oder ein Taschentuch nutzen und geschlossene Räume regelmäßig lüften. Lässt sich ein Kontakt trotz Beschwerden nicht vermeiden, kann eine medizinische Maske zum Schutz anderer beitragen.



Gerade vor einem wichtigen Handballspiel sollte man eine Erkältung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei Fieber, deutlicher Abgeschlagenheit oder stärkeren Beschwerden ist Sport tabu. Stattdessen braucht der Körper Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und Zeit zur Erholung.

Nach einem milden Infekt sollten Sie schrittweise mit dem Training starten. Entscheidend ist, auf die Signale des Körpers zu achten und bei ungewöhnlichen Beschwerden wie Atemnot, Herzrasen oder Brustschmerzen ärztlichen Rat einzuholen. Wer einen Infekt vollständig auskuriert und erst dann wieder ins Training einsteigt, schützt damit nicht nur die eigene Gesundheit, sondern verringert auch das Ansteckungsrisiko für das eigene Team.



• Apotheken Umschau – Sport bei Infekten www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/sport-und-bewegung/wie-ge faehrlich-ist-sport-bei-infekten-713019.html 

 

• Apotheken Umschau – Erkältung: Fakten, Tipps und Hausmittel www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkaeltung-schnell loswerden-fakten-tipps-und-hausmittel-1426147.html 

 

• Apotheken Umschau – Grippe oder Erkältung? www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankhei ten/ist-es-eine-grippe-oder-erkaeltung-743413.html 

 

• Robert Koch-Institut – FAQ Influenza https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Influenza/FAQ_Liste.html

 

• IOC Consensus Statement – Acute Respiratory Illness in Athletes (PubMed) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35863871/ 

 

• Systematic Review & Meta-Analysis – Acute respiratory illness and return to sport https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34789459/